Der Porajmos, so der Romanes Name für den von den deutschen Nationalsozialisten an den Roma und Sinti verübten Völkermord, hat Spuren hinterlassen. Die, die das Morden überlebt haben, sind nach der Befreiung weiter verfolgt, von der rassistisch geprägten Justiz und Polizei um ihre Würde und in vielen Fällen um ihre Entschädigung gebracht worden. Erst in den 80er Jahren hörte die staatlich sanktionierte Diskriminierung auf, aber gesellschaftlich ist sie noch lange nicht erledigt. Wie erfahren das die Nachkommen, welche Bilder, welche Themen drängen sich Ihnen auf, welche widerstehenden und gleichzeitig „normalen“ Lebensformen schaffen die Distanz zu dem traumatischen Geschehen aber auch Lebensmut und –energie, Engagement und Unabhängigkeit.
Dr. Claudia Schäfer, Dr. Christian Staffa,
Ev. Akademie zu Berlin
Dotschy Reinhardt,
Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V.
Eine Kooperation der Ev. Akademie zu Berlin mit dem Landesrat der Roma und Sinti, RomnoKher Berlin-Brandenburg e.V. und dem Kino Arsenal.
Donnerstag, 10. November 2016, 19.00 Uhr
„Aber behaupten muss man sich immer, dass ist ganz klar...“
Filmische Lebensbilder, Lesung und Gespräch
von und mit Anita Awosusi
Anita Awosusi engagiert sich seit 30 Jahren in der Bürgerrechtsarbeit der deutschen Sinti und Roma. Sie schafft es beständig die Würdigung der Vergangenheit und die gedankliche Entwicklung einer neuen vielleicht gänzlich anderen Zukunft miteinander in Einklang zu bringen. Wir zeigen Filmausschnitte aus einer Interview-Dokumentation in der sie von ihrem Erinnerungs- und Bildungspolitischen Engagement berichtet. Wir hören eine Lesung aus ihrem Buch „Vater Unser – eine Sinti Familie erzählt (1925-2010)“ aus dem Jahr 2016 und haben Gelegenheit zum Gespräch.
19.00 Uhr Begrüßung
Dr. Claudia Schäfer, Evangelische Akademie zu Berlin
19.15 Uhr Filmvorführung (35 Min)
19.50 Uhr Lesung und Gespräch
mit Anita Awosusi, Isidora Randjelović (IniRromnja) und Christian Staffa (Evangelische Akademie zu Berlin)
Danach: Diskussionen im Foyer
22.00 Uhr Ende der VeranstaltungIn Kooperation mit der IniRromnja
Donnerstag, 17. November 2016, 19.30 Uhr
DESERT INSPIRATION
Deutschland 2015 / Dokumentarfilm / 57 Minuten Regie: Robert Krieg, Monika Nolte
Mit Lulo Reinhardt
An einem faszinierenden Ort, in einem schönen, ganz aus Lehm erbauten Tighremt bei Agdz, einer kleinen Oasenstadt im Südosten Marokkos, hat sich seit 2007 ein ungewöhnliches Musikfest entwickelt. Unter dem Motto „Trefft Euch!“ spielen an zwei Tagen Musiker aus Europa mit Vertretern der Musik der Berber zusammen. Der Höhepunkt ist die Fusion der aus Europa mitgebrachten Musik mit dem Rhythmus der Awash-Interpreten, die in ihren Gesängen und Tänzen die ursprüngliche Einheit des Menschen mit der Natur und dem Kosmos beschwören.
Im Zusammenspiel der spannenden Hauptfiguren, im Rhythmus der Awash-Musik und im Rap der Jugendlichen bewegen sich die Fragen und Gespräche. Eingebettet in eine eindrückliche Landschaft fordert der Film mit seinen Begegnungen, Bildern und Tönen heraus, sich mit dem nomadischen Wissen und Denken auseinanderzusetzen.
19.30 Uhr Begrüßung
Dr. Claudia Schäfer, Evangelische Akademie zu Berlin
19.45 Uhr Filmvorführung
21.15 Uhr Filmnachgespräch
mit Dotschy Reinhardt und Dr. Claudia Schäfer
Danach: Diskussionen im Foyer
22.15 Uhr Ende der Veranstaltung